Interview mit Susanne Irina Zacharias

Wie ist der Film "Hallesche Kometen" entstanden? Was hat Sie an der Thematik interessiert?

Der Film „Hallesche Kometen“ war mein Diplomfilm an der HFF „Konrad Wolf“ in Babelsberg. Er entstand
im Rahmen der Reihe „Ostwind“ als Koproduktion zwischen dem ZDF, dem RBB und der HFF.
Mehr als die Thematik der Ostwindreihe („12 Jahre nach dem Mauerfall“) zu bearbeiten, hat mich die
Thematik des Drehbuchs von Sarah Esser und Ivan Dimov gereizt, in dem es zunächst um eine zerstörerische
und schließlich doch befreiende Kraft einer Vater-Sohn-Beziehung geht. Ben übernimmt
aus Liebe zu seinem Vater die Verantwortung für dessen Leben, doch Ben wird auf sehr schmerzliche
Art bewusst, dass er nur für die Erfüllung seiner eigenen Träume verantwortlich sein kann.

Wie kam es zu der Auswahl der Schauspieler?

Dass wir Peter Kurth für die Rolle des Vaters und Hanno Koffler für Ben gewinnen konnten, war für
meine Inszenierung von enormer Wichtigkeit. Besonders in den stark emotional aufgeladenen Szenen
haben ihre Professionalität und ihr Mut dazu beigetragen, diese so real und gefühlvoll einzufangen,
wie ich es mir vorgestellt hatte. Max Riemelt und Marie Rönnebeck, Bens Freunde im Film,
zeigen durch ihr hervorragendes Spiel, wie kraftvoll eine neue und eine alte Freundschaft sein kann.
Wir wollten für jede einzelne Rolle die Traumbesetzung, und wir haben sie bekommen. Wenn die
Schauspieler gut sind, ist alles gut!

Warum spielt der Film in Halle?
Der Film war ursprünglich für Leipzig geschrieben, doch im Laufe unserer Recherche vor Ort haben
wir schließlich Halle für uns entdeckt. Das ganze Team hat sich in diese Stadt verliebt. Sowohl die Recherche
vor Ort als auch der Drehalltag haben sich überraschend einfach gestaltet, da viele Menschen
uns hilfsbereit die Türen öffneten. Die Zeit, die wir in Halle verbracht haben, führte zu dem
Entschluss, die Stadt selbst als Protagonist in den Film mit einzubeziehen. Außerdem sind durch
unseren Film einige Plätze der Stadt Halle filmisch festgehalten, die mittlerweile schon gar nicht mehr
existieren. Somit ist die filmische Geschichte eng mit Halle verbunden, was dem Film eine lokale Authentizität
verleiht. Ich denke, dass der Sinn des Films jedoch weit über die Grenzen von Halle reicht
und in jedem Menschen zu finden ist.

Was kommt nach "Hallesche Kometen"? An welchen Projekten arbeiten Sie gerade?
Was zukünftige Projekte betrifft, arbeiten meine Co-Autorin Zazou Röver und ich momentan an einem
Drehbuch für einen Spielfilm, der für 2006 mit „Heimatfilm“ geplant ist. Der Titel lautet: „Matilda & Denise“.
Es geht darum, wie zwei junge Frauen mit dem Trauma des Missbrauchs in der Familie überleben,
indem sie die Wahrheit aussprechen.

 

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